Beim 20-jährigen Abiturtreffen erscheint eine Frau, an die sich alle erinnern — herzlich, mit Spitznamen, mit Anekdoten. Nur taucht sie auf keinem einzigen Klassenfoto auf, und in keiner Akte der Schule existiert ihr Name.
Sie ist keine Hochstaplerin, sondern die Person, die jeder im Jahrgang eigentlich hätte sein wollen — an jedem Treffen setzt sich diese kollektive Sehnsucht zu einem Menschen zusammen, und wer ihr die längste Anekdote schenkt, verschwindet beim nächsten Treffen aus den Fotos, um ihr die Existenz zu leihen.
💡 Der Motor ist die Nostalgie selbst als hungriger Organismus: Erinnerung will nicht erinnern, sie will vervollständigen — und zahlt den fehlenden Platz mit echten Menschen.