Der verstorbene Imker Aloys Grabmayr hat sein Testament nicht seinen drei Kindern hinterlassen, sondern seinen 41 Bienenvölkern – juristisch unmöglich, weshalb ein überforderter Notar die einzige Konstruktion wählt, die vor Gericht hält: Die Erben erben nur so lange, wie die Völker leben. Stirbt ein Volk, fällt sein Anteil an den Staat. Ab sofort teilen sich drei zerstrittene Geschwister, die noch nie einen Stich abbekommen haben, die Verantwortung für 41 Königinnen, die sie hassen.
Beim Räumen des Hauses findet die Jüngste in der Klotzbeute Aloys' handschriftlichen Nachtrag, hinter dem Wabenwerk eingewachsen: Das 41. Volk hat er nie besessen. Es war seit 1998 auf den Namen der Nachbarin eingetragen – seiner heimlichen Lebensgefährtin von dreißig Jahren, die bei der Beerdigung in der letzten Reihe stand und der er das Haus zuspielen wollte, ohne dass seine Kinder es je erfahren. Und sie hat das Volk absichtlich sterben lassen: Sie wollte das Haus nicht. Sie wollte nur, dass die drei einen Winter lang zusammen in einer Hütte hocken.
💡 Der Motor ist eine juristische Zwangsjacke, die Geschwisterrivalität in ein wöchentlich messbares Nullsummenspiel übersetzt – bis das einzige Objekt, das sie besitzen wollen, sich nur durch Kooperation halten lässt.